torte

Life's a bitch, but I deal with it :)
 
 

Prinz Pi - Du Hure 2009

Gefühle lauwarm, kein "Ja", kein "Nein".
Relativ - Zeit zu gehn - Ich ein Stein.
Sie trägt ihren Trotzblick, den "Ist mir scheiß egal"- Blick
Es macht in meinem Kopf 'Klick' - ich sage "Dann wars das."
Schulter zucken - mehr nicht? Bin gegangen. Wer nicht?
Mit jedem Schritt weg von hier, alles entfärbt sich.
Ich bin fertig mit den Nerven
Muss laufen, muss Rauchen, muss Saufen
Muss mich verstecken in mir
Muss mich abkapseln von außen, muss irgendwas kaufen
Muss unter Menschen schwimmen - Im Nachtleben tauchen.
Sieh mich von außen: Dunkle Gestalt straucheln
Schwarzer Trenchcoat, Soundtrack: weißes Rauschen.
Unsichtbar hinter mir ein Umhang aus Gefühlsabfällen
Will ihn abhängen, abstreifen - abstellen.
Der Mond projeziert ihr Gesicht in
Die dunkelgrauen Regenschauer
Unterlaufenen Wolken mit den Hundeaugen..


Du siehst mich an - und sagst ich müsste Lippen lesen
Der einzige der an uns geglaubt hat bin ich gewesen.
Wir schweigen nur, denn ich weiß nicht mehr was Liebe ist
Weißt Du, dass den Elfenbeinturm jemand nieder riss?

Du siehst mich an - ich wünscht Du könntest Lippen lesen,
Denn meine Gedanken schreien Dir zu Dir einen Strick zu nehmen.
Du denkst dass man einfach immer alles kriegt im Leben
Wenn man nur bereit ist immer einen Fick zu geben..


Was für ein Abturn was für ein abgefuckter tag
In einem abgefuckten Monat
In einem abgefuckten Jahr
In einem abgefuckten Leben
Abgefuckte Seele - die sich nur auseinander setzt mit abgefuckten Themen.
Mit 16 glaubte ich fest auf alles einen Fick zu geben
Alles mal mitzunehmen, ist alles in meinem Blick zu sehn.
Wenn es mir scheiße geht, schreib ich meine besten Songs
Depressive Stimmung, keine Liebe, miese priese Songs.
Schrieb viel zuviel davon -
sitze auf dem Grunde des Brunnens -
schreibe Schreie, lass die Wunde verstummen.


Du siehst mich an - und sagst ich müsste Lippen lesen
Der einzige der an uns geglaubt hat bin ich gewesen.
Wir schweigen nur, denn ich weiß nicht mehr was Liebe ist
Weißt Du, dass den Elfenbeinturm jemand nieder riss?

Du siehst mich an - ich wünscht Du könntest Lippen lesen,
Denn meine Gedanken schreien Dir zu Dir einen Strick zu nehmen.
Du denkst dass man einfach immer alles kriegt im Leben
Wenn man nur bereit ist immer einen Fick zu geben..


Auf einmal steht sie da, das Gesicht verheult
Schminke läuft - läuft - läuft - läuft.
Augen schwarz und groß - guckt von unten her
Blick fest, voll ins Schwarze, meine Augen unversehrt.
Enge Leggins, tiefer Ausschnitt - riesen Auftritt
In ihren Augen "Sorry!" in lila Laufschrift.
Der alte Trick: Versöhnungsfick
Verdrängt kurz das Wissen dass "Wir" unmöglich ist.
Danach Stille, schlechtes Gewissen
die Gewissheit kommt
Ich erbrech mich ins Kissen.


Du siehst mich an - und sagst ich müsste Lippen lesen
Der einzige der an uns geglaubt hat bin ich gewesen.
Wir schweigen nur, denn ich weiß nicht mehr was Liebe ist
Weißt Du, dass den Elfenbeinturm jemand nieder riss?

Du siehst mich an - ich wünscht Du könntest Lippen lesen,
Denn meine Gedanken schreien Dir zu Dir einen Strick zu nehmen.
Du denkst dass man einfach immer alles kriegt im Leben
Wenn man nur bereit ist immer einen Fick zu geben..

1 Kommentar 12.9.09 22:11, kommentieren

Werbung


Frühlingswind

Sie schweigt in sich selbst, genau wie zu ihm,
sie friert die Verbindung ein, wohl um die Bindung zu konservieren
und erklärt sich selbst, dass sie nötiger braucht in der kalten Zeit,
was ihr Geist gefiltert gespeichert hat, als was da ist, vielleicht.
Sie schweift mit dem Blick vorbei an der Buche.
Ertappt sich selbst dabei, seltsamerweise überall Gleichnisse zu vermuten.
Sie lächelt bei dem Gedanken, sie sei wie der Mann da draußen,
der die Schönheit all des Schnees ignoriert, um die Wege frei zu schaufeln.
Denn insgeheim will man Eis und liebt, wie es glänzt,
doch wenn man´s hat wird es einem zu glatt, und es wird verdrängt.
Und genau das ist die Essenz, denn sie sehnt sich nach Feuer,
doch wenn es brennt, ist die Konsequenz ihr zu viel, sie sehnt sich nach vorher.
Er spürt ihre Zweifel intuitiv.
Doch die Fakten sind klar wie Winterhimmel: Immer noch kein einziger Brief.
Er entzieht seiner Seele die Nähe, da durch die Lähmung des Wir-Gefühls auch Wirrgefühle entstehen.
Er kann sich nicht weiter sehen in der Rolle des ständig Hoffenden, wird erneut zum Verschlossenen, auch wenn die Wunden offen sind.
Er opfert sich nicht weiter für ihre Launigkeiten auf, er hört auf, auf sie aufzubauen, da ihr Fundament in der Wärme seiner Hände taut.
Sie vertraut zu sehr, dass er wartet auf sie.
Auf dass sie sich klar wird.
Auf dass ihr Wille ihr klar wird.
Auf das, was sie sagen wird, auch wenn sie es dadurch beendet.
Doch er wartet jetzt nicht mehr.
Er hat vor ihr für sie beendet.
Sie wird eines Tages vielleicht erkennen, was sie gehen ließ.
Unschlüssigkeit als Trockenheit, die die Blume vergehen ließ.
Doch Orchideen haben zehn Leben und kein Gefühl ist umsonst.
Er tritt raus in die lauten Straßen New Yorks und spürt, dass der Sommer kommt.

2 Kommentare 6.6.09 11:15, kommentieren

Projekt: Vegetarier für vier Monate

Jawohl, ihr habt richtig gelesen. Aufgrund der örtlichen "Metzger" (=Holzhütten, in denen das "frische" Fleisch sonnengekühlt wird) und Fischhändler (=Leute mit Fahrrad, auf denen der "frische" Fisch fliegenmariniert wird und bei Bedarf vor Ort ein Stückchen abgeschnitten wird) sowie der Tatsache, dass ich mir schon lange keine Herausforderung für meinen Körper gesucht habe (Rauchen aufhören und sich ordentlich ernähren sind schliesslich schon n Weilchen her) und irgendwie fasziniert war von der Idee, nach vier Monaten dann wieder Fleisch zu genießen, gibts für mich: no meat! No fish! ;-) Dementsprechend ist meine ohnehin schon mangelhafte Ernährung (morgens: Müsli mit Obstsalat; mittags: je nach Angebot eine Hand voll Nichts oder ein paar Teigfladen / -taschen; abends: Reis oder Nudeln mit Gemüse oder Pizza :-D) recht einseitig, und ich freue mich jetzt schon drauf, wieder in Deutschland zu sein. Okay, das hat auch noch andere Gründe, aber die werde ich hier nicht näher erläutern... ;-)

Wobei, doch. *lach* Langsam gehn mir die dauernden Stromausfälle und InterNET-Verbindungen (im Sinne von gibts NET) nämlich auf die Ketten. Darauf wollte ich zwar eigentlich nicht raus, aber trotzdem gehörts ja dazu... ;-)

Tja, und ansonsten... es ist auf jeden Fall ne wahnsinns Erfahrung, hier zu sein. Kay hat neulich im Supermarkt auf dem Land (die sind nicht Downtown-Kampala, sondern in den "umliegenden" Dörfern, wo die Bevölkerung größtenteils nicht mal Englisch spricht) keine Cola bekommen, mit der Begründung "Coke is black, you are white. Coke is only for black people." Wie krass ist das denn??? Außerdem kam wohl bei einem ihrer Interviews ein 80-jähriger Mann, der in seinem Leben noch keinen Weißen gesehen hatte, und fragte, ob er ihn anfassen dürfte, sagte "Mzungu" und ging wieder... tja, Völkerverständigung at it's best. ;-) Die meisten Menschen hier (zumindest die, mit denen man öfter zu tun hat, vor allen Dingen die "gebildeteren" an der Uni) sind sehr herzlich und nett - achten aber schon auch darauf, dass sie ihren "Profit" machen. Naja, ist ja auch irgendwie okay, schliesslich haben wir auch mehr Geld... ist immer auch ne Frage, *wie* man das verkauft und *wie* die Leute an einen rangehen. Da gibts nämlich auch solche, die dann sagen "bei euch liegt das Geld doch eh auf der Straße, also gib mir was davon ab"... okay, irgendwie auch verständlich - für die muss das wirklich so wirken - aber die sind immer völlig erstaunt, wenn wir ihnen dann erzählen, dass man bei uns auch für seine Kohle arbeiten muss...

Ach ja, und Melly hat direkt schon den nächsten Heiratsantrag bekommen. Nachdem der erste Stalker sich jetzt ein paar Tage nicht gemeldet hat (ich hab ihr vorgeschlagen mal anzurufen und zu fragen, ob ihm was passiert ist, dass sie sich langsam Sorgen macht, weil er schon seit bestimmt drei Tagen nicht angerufen hat :-D)... den hatte sie übrigens nur fünf Minuten im Auto getroffen, weil er sie mitgenommen hat (sie hatte so viel zu tragen). Und anschliessend hat er ihr WOCHENLANG SMS geschrieben und angerufen (sie hatte ihm die Nummer gegeben weil... ja, warum eigentlich? Ich hatte immer das Gefühl, sie gibt ihre Nummer JEDEM. :-D Ach nein, stimmt, weil er Connections zum Sport hatte....) ohne dass sie drauf reagiert hat. Echt krass... naja, jedenfalls wollte sie dann gestern der Boda-Fahrer heiraten. Und auch erstmal gar nicht zur Uni fahren, sondern direkt zu sich nach Hause, um ihr ihr zukünftiges Haus zu sagen... wie hart, oder? Weiße Frauen signalisieren hier Wohlstand, merkt euch das! ;-)

Tja, ansonsten sind wir momentan immer noch dabei, die Kontrollgruppe zu erheben. Ich hoffe (bzw. MG will ;-), dass wir bis Ende der Woche damit fertig sind. Dann gibts aber direkt die nächsten Späße (SPSS-Syntaxen schreiben, wo ich momentan schon dran drin, Interviews raten, Online-Fragebögen eintippen,, etc. pp.), sodass uns mit Sicherheit nicht langweilig wird. Am Wochenende haben wir trotzdem immer recht viel Freizeit, und da wollten wir vielleicht raften gehen nächstes WE.

Da fällt mir ein - ich war zwei Tage krank, wurde aber per Telefon gesund gepflegt :-) (naja, vielleicht hatte der Doc auch ein klein bisschen Anteil dran - aber ich glaube, wenn, dann nur ein klitzekleines Stückchen... :-D) und der Arzt ist Brite. Meinte dann, als ich sagte ich sei aus Deutschland "Germany? I've heard of that." und ich sagte "Yeah, it's near Britain..." und er so "I heard they had a soccer team." und ich so "*I* heard they played pretty well in the Euro Cup... hey, what group did have England in that by the way? Oh sorry, I forgot, they did not qualify, right?" Jaja, die deutsch-englische Fanfreundschaft schön aufgefrischt. Der Doc meinte jedenfalls auch, es sei gefährlich raften zu gehen (wegen Parasiten und so weiter im Wasser). Und bevor ich ging, zwinkerte er mir zu und sagte "geh auf JEDEN FALL raften - die Leute kommen von der ganzen Welt her, weil es nirgends so gut ist wie am Nil" :-D Tja, also raften gehen... ;-)

Was mir echt zu schaffen macht, ist die Verteilung des Lichts. Hier ists nämlich um acht schon so dunkel, wie in Deutschland im Sommer um elf. Das Problem ist nur, dass es tagsüber zwischen 24 und 26 Grad sind, und dementsprechend man sich fühlt wie im Sommer. Und könnte um neun schon schlafen gehen... ;-) Deswegen war ich auch noch nicht wirklich richtig weg hier. Nur einmal abends n bisschen tanzen nach nem Geburtstag, aber so RICHTIG krachen lassen... nee. Hab auch irgendwie grade nicht so das Verlangen danach... würde vermutlich den Großteil des Abends eh nur damit verbringen auf mein Handy zu starren. ;-)

Kay und ich haben noch einen kleinen, wahnwitzigen Plan. Von dem werde ich aber erst berichten, wenn er sich tatsächlich verfestigen sollte... ;-) Ansonsten bekomme ich in 33 Tagen Besuch... :-)))) auf den ich mich schon wahnsinnig freue. Jeden Tag ein kleines Stückchen mehr....


Okay, das wars mal für heute. Vielleicht sollte ich für den nächsten Eintrag ein bisschen mehr vorher nachdenken, was ich eigentlich erzählen will - aber grade finde ich das so ganz okay. ;-)

Also, gehabt euch wohl, und esst n Schnitzel für mich mit, Mzungus! (Kay hat ein T-Shirt entdeckt, welches ihn nicht mehr losgelassen hat: "My name is NOT Mzungu" :-D)

Que os vaya bien,


T

5 Kommentare 22.3.09 12:35, kommentieren

Heiss und schwarz und lecker.

Gute!

Hiermit melde ich mich das erste Mal durch afrikanische Leitungen zu Wort. Naja, eigentlich das zweite Mal - aber beim ersten Versuch wurde das Internet-Cafe meines Misstrauens vom eintretenden Nachmittag dermaßen überrascht, dass der Strom dort erstmal seinen Dienst quittiert hat. Nachdem sich das 15 Minuten später auch nicht geändert hatte, bin ich halt weiter (und wurde von ALLEN im Laden mit großen Augen angeschaut - der Musungo geht einfach, statt zu warten, dass in drei Stunden der Strom wieder für zehn Minuten da ist!!) an die Uni.

Und das ist quasi auch, wo ich meine Zeit in Kampala bisher verbracht habe. Bei der Arbeit... Ende der Woche fängt unser Training an, bis dahin müssen 150 Leute interviewed, gequestionnaired und USB-Stick-versorgt sein. Uff... Heute morgen im Hostel haben wir auch zwei Argentinierinnen kennen gelernt, die uns ganz verwundert gefragt haben, wie lange wir schon da sind und warum wir uns vorher nicht gesehen haben. Als ich ihnen erklärte, dass ich kaum einen Abend vor 12 Uhr zu Hause war, haben sie große Augen gemacht.... ;-)

Kampala ist toll! Ich mag das Lebensgefühl hier. Es ist zwar saustaubig und dreckig, und halt alles... afrikanisch *lach* aber die Leute sind alle sehr, sehr herzlich und offen, und mir gefällt es unglaublich, dass hier zwischen den Häusern immer wieder komplette Bananenplantagen, Palmen oder sonst was sind. Hostel ist auch super, sauber und geräumig und billig. Einziges Problem: die Straße des Hostels hat keinen Namen... *lach* aber mittlerweile weiss ich, wie ich hinkomme und es den Boda-Boda-Fahrern erklären kann. Wie, ihr kennt keine Boda-Bodas? Tssss... Ich muss mehr Fotos machen. Jedenfalls sind das Motorräder und Roller, auf denen hinten drauf Sitzbänke sind, und von denen man sich ziemlich günstig eigentlich überall hinfahren lassen kann. wenn man weiß, wo man hin will... ;-)


Ja, ansonsten habe ich noch nicht viel Zeit gehabt, Kampala zu genießen, weil wir bis zum Hals in Arbeit stecken. Aber ab Freitag wird es ruhiger... dann kann ich mich auch mal umschauen, wie der Rest vom Leben ist ;-) auf jeden Fall fühle ich mich hier wohl, es ist sehr angenehm hier zu sein. Und so wie's aussieht, wird der Aufenthalt hier noch viel viel besser, als ich je zu träumen gewagt hätte, aber das erzähle ich erst, wenns wirklich fest steht - vielleicht ;-)

Jedenfalls ist heute ein toller Tag, der übermüdet mit einem tollen Telefongespräch angefangen hat, mit einer Email noch viel besser gemacht wurde und schöner fast nicht sein könnte! :-)))

Ich bin gottfroh, dass ich erst ein halbes Jahr in Spanien war - ansonsten würde mich die Unzuverlässigkeit hier vermutlich zur Verzweiflung treiben... *lach* der Copyshop, der einfach mal die letzte Seite nicht mitkopiert - oder zwei Stunden nach der vereinbarten Zeit fertig ist... (Melly ist dafür einfach noch zu deutsch! :-D)

Jo, und jetzt müssen wir noch eine Stunde im Office warten, bis die Anmeldefrist fürs Training abgelaufen ist. Dann zählen, wieviele wir haben, evtl nochmal SMS schreiben und Leute einladen, und dann wollte ich ins Cafe Pap (das hat eine Teilnehmerin eines anderen Trainings der A&O-Psychologie aufgemacht und dementsprechend hohen, fast westlichen Standard ;-) und angeblich schnelles Internet. Aber das glaube ich erst, wenn ich downloade... *g*

Irgendwas wollte ich grade noch erzählen, aber ich habs vergessen. Naja, reicht jetzt auch erstmal, würde ich sagen... Wir lesen uns die Tage.

Passt auf euch auf (wie sagte Limitless - dessen Blog ich gleich noch verlinken muss - ICH bin in Giessen, DU bist in Afrika - und DU sagst MIR, ich soll aufpassen?


Gehabt euch wohl.

4 Kommentare 25.2.09 15:20, kommentieren

Tranquilo, no pasa nada, eh?

EDIT: Uff... nach mehreren Stunden harter Arbeit habe ich es nun endlich geschafft, den Blog so korrekt darzustellen, wie er es bei mir auf dem PC schon vor einigen Stunden tat. Also, viel Spass mit den Bildern.

So Kollegen - es ist mal wieder Zeit für einen kleinen Status-Bericht aus Viva Espana!

Ich hab ein schönes JavaScript gefunden, welches es mir ermöglicht, Fotos einzubinden, ohne dass man den Link darauf klicken muss. Klartext: wenn ihr eine Schrift in dieser Farbe seht, dann könnt ihr mit der Maus darauf fahren und feststellen, wie ich meine Berichte mit Fotos untermale. ein Klick darauf bringt euch dann zur Großversion des Bildes. Vielleicht muss ich sie noch etwas runterkomprimieren, damit das Laden nicht zu lange dauert - mal sehen. Mit wem hatte ich es neulich von Fotos... ach ja, mit Michi, und der eigentlich mit Merle. Ganz schön kompliziert. Naja, jedenfalls war so die Quintessenz des Gesprächs, dass Fotos ja eigentlich immer nur persönliche Erfahrungen festhalten und deswegen viele Bilder, die für einen selbst einen unglaublich großen Wert haben und ein bestimtmes "Gefühl" ausdrücken, von Fremden, die diesen Moment nicht miterlebt haben, nicht nachvollzogen werden können. Naja, davon abgesehen sind wohl mal Bilder, die an sich eine gewisse Stimmung festhalten (aber deswegen schwierig zu fotografieren sind).

Wo fange ich an... ach ja, am Besten beim Ausflug nach Sitges. Sitges ist eine kleine Stadt ungefähr 45 Minuten ausserhalb Barcelonas, aber wunderschön. Hat halt eher was kleinstädtisches, viele versteckte, verwinkelte Gassen, auch Sonntags offene Geschäfte , einen tollen Strand, ein schönes Schloss (in dem ich nicht drin war , wo man aber an den Felsen toll beobachten kann, wie die Wellen dagegen schlagen), und - wie mir Judith verriet - typisch für Sitges sind Bauwerke aus Sand, wie hier bspw. das letzte Abendmahl (wir waren an einem Ostersonntag da), die die dortigen Künstler mit viel Liebe und in stundenlanger Arbeit errichten. Die Details, auf die sie dabei achten, sind unglaublich... naja, sie verdienen auch gar nicht schlecht - in der Box, die für Spenden davor aufgerichtet war, lagen ca. 100 € Kleingeld. Kein schlechter, aber durchaus -haha- verdienter Verdienst.

Wer war denn eigentlich mit in Sitges? Andi, Michi und ich sind mit dem Zug von Barcelona aus hin gefahren und haben dort Judith getroffen. Natürlich wäre ich mal wieder fast zu spät zum Zug gekommen, da ich damals noch nicht wusste, wo die RENFE-Station (so heißt die DB hier) ist und prompt ungefähr zehn Minuten durch den "Tunnel des Todes" (von dem ich noch ein Foto machen muss) und einen weiteren Tunnel laufen musste, bis ich da war. Uff, das war ein Gehetze... in Sitges angekommen haben wir erstmal wieder einen Beweis für die katalanische Effektivität vorgefunden - alle Ticketautomaten waren ausser Betrieb. Leider wurde dieser schöne Moment dadurch zunichte gemacht, dass Andi bemerkte, dass der Zug ja momentan sowieso umsonst sei (gibt wohl irgendwie Streit zwischen den Bürgern und der Regierung, weil ein geplanter Schnellzug nicht oder zu langsam gebaut wird - deswegen darf man grade umsonstn fahren), und deswegen Ticket-Automaten überflüssig seien. Naja, jedenfalls haben wir (oder um genau zu sein ich) es dann dank des Windes erstmal geschafft, am Strand meine schöne neu erworbene Frisbee im Meer zu versenken, wobei die Rettungsaktion mit einem kurzfristig veränderten Feuchtigkeitszustandes meines rechten Fußes incl. Hosenbein einherging. Natürlich hätte man sich auch erst den Schuh ausziehen können und die Hose hochkrempeln, aber bestimmt wäre die Frisbee bis dahin schon in Lampukistan gewesen! Außerdem hätte man dafür nachdenken müssen. Naja, jedenfalls ging es dann leicht tropfend ein wenig durch die Gassen von Sitges schlendern, wo wir in einem Restaurant-Tip von Judith gegessen haben (der Salat war echt lecker!), dann anschliessend noch ein wenig am Strand entlang flaniert sind, um dann wieder nach Hause zu fahren. Abends haben Andi und ich glaube ich noch einen Film geschaut - er war jedenfalls nicht wirklich erwähnenswert (ich werde nachher noch eine kurze Abhandlung über Filme schreiben, die ich hier gesehen habe .

Chronologisch zwar nicht korrekt, aber ich weiß nicht mehr, wann was war und habe auch keine Lust nachzuschauen, folgt nun der Ausflug zum Tibidabo, einem Berg gegenüber dem Montjuic. Von oben hat man mal wieder einen tollen Blick über Barcelona (und ich bin mittlerweile glaube ich im Besitz der meisten Bilder pro Speicherkarte von "Barcelona von oben", weswegen ich irgendwann einfach aufgehört habe, zu fotografieren - soo schön ist es nun auch nicht, wenn man mal von meinen fotographischen Meisterleistungen vom Montjuic aus absieht. :D) Wo war ich? Ach ja, Tibidabo. AUf dem Berg ist ein kleiner Vergnügungspark mit Attraktionen, die in Deutschland vermutlich $$$-Zeichen im Augen jedes Sicherheitsinspektors aufleuchten lassen würden. Dafür kann man auch das Camp Nou von oben betrachten, was auf jeden Fall einen spannenden Kontrast zum Camp Nou von innen bildet. Neben dem Park gibt es auch noch eine Kirche, welche man von ganz Barcelona aus sieht (wenn es nicht nebelt oder man direkt vor der Sagrada Familia steht). In der Kirche selbst gibt es elektrische Kerzen (ich habe lieber eine echte angezündet), die man durch Münzeinwurf zum Leuchten bewegen kann, komische Kronleuchter, und vor allen Dingen: eine 24-Stunden-Notbeichtsäule! Man muss also nur klingeln, und schon kommt ein Pfarrer aus dem Nichts hervorgeschossen. Ah, aus dem Nichts - hier kann ich noch etwas einschieben.

Einschub: Aus dem Nichts hervorgeschossen. Wir haben mittlerweile die Theorie entwickelt, dass die "Cervezabier"-Pakis, die rings um die Ramblas Dosenbier für 1 € verkaufen, grundsätzlich aus dem Boden geschossen kommen, sobald man dreimal ihren Lockruf (Pakipakipaki oder Cervezabier) ertönen lässt. Und genauso verschwinden sie auch wieder. (Erinnert mich dran, dass ich noch was über T-Shirts erzählen wollte). Bei geringen Beträgen (bis zu 1 €) sind sie durchaus auch vertrauenswürdig (wenn man ihm zwei Euro gibt, der aber nur noch eine Dose hat, kommt er tatsächlich wieder mit der fehlenden Dose) - allerdings nicht mehr bei drei Euro (ich wollte einen Sixpack für 5 € Mengenrabatt kaufen, hatte aber nur 20 €. Der Paki gab mir 12 € und meinte "Cambio, Cambio" und lief davon - ich dachte mir, geben wir ihm die Chance, die er genutzt hat, aber nur für sich.) Tja, lieber Paki, man sieht sich immer zweimal im Leben... durch Zufall haben wir denselben nämlich am gleichen Abend nochmal getroffen, als wir aus dem Oveja Negra kamen. Mei, mei, mei... ich hab ihn ganz schön zur Sau gemacht (größtenteils auf Deutsch, das ist viel effektiver, wenn die Leute nicht verstehen, was man sagt :D), ihm die drei Euro, die er in der Hand hatte aus der Hand genommen und mir noch ein Gratis-Bier als Entschädigung aus seinem Sixpack genommen. Der arme Junge war völlig verwirrt (woher soll er auch wissen, dass ich der liebste Mensch auf Erden bin und ihm niemals irgendwas getan hätte - war für mich auch ziemlich schwierig, böse zu gucken) und stammelte immer nur "Cambio... Gracias... Cambio... Gracias...", bis ich mit Verwünschungen um die Ecke verschwunden war. Dort musste ich erst mal laut loslachen, weil ich die ganze Zeit so angespannt böse tun musste und es eigentlich gar nicht wollte. Naja, jedenfalls glaube ich, der wird sowas nie wieder versuchen... und zum Deutsch reden: Chris hatte da eine recht gute Begründung, als er meinte, er redet mit denen nur Deutsch, die könnten das ruhig lernen, würde sie ja auch weiterbringen. Außerdem hat er ja recht - "ich nehm zwei" verstehen die immer Allerdings kein Spanisch - ich habe neulich versucht, einem beizubringen, dass es in Indien meiner Meinung nach sehr viele liebenswerte Leute gibt, aber er hat es nicht verstanden. Naja, egal.

So, zurück zu den Ausflügen (ihr seit schon, das wird ein laaaaanger, völlig ungeordneter Eintrag ). Ein weiterer führte mich zusammen mit Annika und Linda, die zu Besuch waren, und später Michi zum Park Guell, wo es viele tolle Bauwerke zu bestaunen gibt, unter anderem das verlinkte "Lebkuchenhaus". Wer den Film "L'Auberge Espanol" kennt, dem wird auch dieser Platz bekannt vorkommen, der von Michi dokumentiert werden musste. Es ist soooo schön da oben... und unglaublich entspannend. Ach ja, natürlich sieht man mal wieder Barcelona von oben. Falls ihr mal in Barcelona sein solltet - ich kann diesen Park nur empfehlen (auch wenn ich erst hinterher herausgefunden habe, dass es neben dem ewig steilen Anstieg auch einen Zugang mit Rolltreppen zum Park gibt - fluch!).

Anschliessend haben Annika, Linda und ich noch die Seilbahnfahrt von Barceloneta auf den Montjuic auf uns genommen, welche sich gelohnt hat (zwar nicht 11-€-gelohnt, aber Erlebnis-gelohnt , weil man von oben einen tollen Blick auf den Strand und die Ramblas hat. Interessanterweise laufen die tatsächlich so, wie sie historisch sein sollen (nämlich wie ein Flussbett, was die Ramblas mal waren), auch wenn man beim Herunterlaufen immer das Gefühl hat, man läuft schnurstracks gerade aus. Mysteriös.

Der nächste Ausflug, die nächsten Fotos: Valencia. Nach einer ausgiebigen Freitag-Nacht-Feierei und einer gefühlten Stunde Schlaf (tatsächlich war es wohl auch so) und meiner brillianten Idee, mich von Andi anrufen zu lassen, um sicherzustellen, dass ich wach bin (ich hatte meinen Wecker am anderen Ende des Zimmers ausgeschaltet, ohne aufzuwachen! Big up myself ), ging es im Bus nach Valencia. Der Fahrer musste wegen mir eine Pause einlegen, weil ich ganz dringend aufs Klo musste (und er mir erklärte "Normalmente no hay pausa desde Barcelona a Valencia!!!" - interessanterweise hat der andere Fahrer auf dem Rückweg sogar 15 Minuten gehalten... welcher Deutsche kann auch damit rechnen, vier Stunden am Stück zu fahren???). Interessant hierbei: so entspannt die Spanier sonst sind - wehe, man sitzt im Bus auf dem falschen Platz!!! Selbst bei einem dreiviertel leeren Bus gilt es unbedingt, die richtigen Sitzplatznummern einzuhalten, ansonsten wird man sofort mit Hinweis auf das Ticket verscheucht. Angekommen in Valencia nach ein bisschen Erholungsschlaf im Bus suchten wir erstmal unser Hostal (achja, wir sind wieder mal Andi, Michi, Judith und ich), wo ich mich zunächst gemütlich eingerichtet habe. Schliesslich hatte am Abend Gießen Auswärtsspiel in Paderborn!!! Das Ergebnis lässt sich hier betrachten. Anmerkung: zu diesem Zeitpunkt waren sowohl Andi als auch ich nüchtern!!! Jedenfalls meinte Michi nach dem zehten Betrachten des Videos, dass er wohl Albträume bekommen würde, wie ich vor ihm stehe, "Auswärtssieg" rufe und Andi als Pakistani verkleidet aus dem Boden kommt, die Augen verdreht und meint "Cervezabier?". Hihi. Der Auswärtssieg wurde uns aber schon vorher von dieser Taube angekündigt - oder habt ihr schonmal eine rot-weiße Taube gesehen?

Am nächsten Morgen ging es dann wieder mal in ein ausgetrocknetes Flussbett - in Valencia wurde nach einer Flutkatastrophe der Fluss künstlich umgeleitet und eine wunderschöne Parkanlage mit Minigolf, Kinderspielplätzen, der Faust von Goliath als Rutsche, vielen Brunnen und Bäumen zum Draufklettern angelegt. Ausserdem gibt es dort viele Fussballplätze, wo man (auf einer Brücke stehend) teilweise bis zu vier Spiele gleichzeitig verfolgen kann. Dort entstand auch ein Bild, welches ich "Sehnsucht" genannt habe. Am Ende des Parks kommt man dann ungelogen in die Zukunft - oder besser gesagt, in die "Stadt der Wissenschaft", in welcher die verschiedenen Gebäude alle futuristisch angelegt sind. Auf dem Weg dorthin trafen wir noch Richard. Am Abend ging es dann wieder zurück nach Barcelona, und es war ein tolles, entspanntes Wochenende (nicht nur dank dem Auswärtssieg ), weil Valencia viel ruhiger und nicht so "Großstadt-Style" wie Barcelona rüber kommt und die Parkanlage zum stundenlangen Chillen einlädt.

Einen hab ich noch den möchte ich aber nur ganz kurz abhandeln, das war der Ausflug zum Montjuic mit Anna. Barcelona von oben habe ich bereits vorhin verlinkt, deswegen hier nur kurz zwei Mottofotos: "Nachkriegszeit" und "Hindernisse". Während Anna's Besuch habe ich auch noch ein Foto "Frau am Fenster" gemacht, was mir gut gefallen hat, weil sie gefühlt stundenlang am Fenster saß und auf die Straße geschaut hat (genauso wie Linda, als sie mit Annika zu Besuch war). Dem gegenüber steht natürlich "Mann am Fenster", ein Bild, welches als Fotoserie bei Sandra entstand, als Chris (der Mann am Fenster), Michi und ich bei ihr zum Weinabend eingeladen waren. War aber hartverdient - schliesslich hatte ich mich für Sandra mal frühmorgens um 13.00 Uhr aus dem Bett gequält, um zum Beachen zu kommen Naja, jedenfalls waren wir danach noch im Café Milans, einer besonders bei Erasmus-Studenten beliebten Bar.

Und wo wir schon bei den Bars sind, kann ich gleich noch ein paar weitere einbinden: nämlich unter anderem vom Don Bratwurst, einer der beiden deutschen Kneipen hier in Barcelona, wo man gepflegt Fußball schauen und lecker Stadionwurst essen kann, und von irgendeinem Club im Barri Gotic, dessen Namen ich vergessen habe, der aber eine ganz coole Atmosphäre und noch coolere Gäste hat.


Sooo... damit wären alle Fotos eingebunden, die ich mir vorgenommen habe - ich hoffe, ich habe euch nicht erschlagen, mich selbst jedenfalls schon. Michi jedenfalls ist mittlerweile wieder in Deutschland (in Bayern geht das Semester erst heute wieder los), und ich werde ihn tatsächlich ein wenig vermissen. Er war jedenfalls immer treibende Kraft, wenn es um Ausflüge und Aktivitäten ging (was für mich mal sauangenehm war, einfach zurücklehnen zu könen, ohne alles zu organisieren und zu überlegen - meine Gießener Homies wissen, was ich meine , und saukorrekt. Junge, komm bald wieder. *melancholische Musik* (Hihi. Wir haben l'Auberge Espanol geschaut über einen Erasmus-Studenten, der ein Jahr in Barcelona - aufgrund der vielen verschiedenen Sprachen in Originalsprache mit dt. Untertiteln, wo halt auch mal *melancholische Musik* stand). Michi äußerte dann an seinem Abflugtag auch die Idee, T-Shirts an Touristen zu verkaufen - aber halt mit den geilsten Motiven, die ihr euch vorstellen könnt. Z.B. ein Paki-Gesicht mit darunter "Cervezabeer", eine Hängematte mit "Tranquilo, nopasanada, eh?", ein einfaches Shirt mit "Fora de Servei" für die Uni und lauter solche Sachen. Wird das schön. Wir werden reich! Also, wahrscheinlich er, aber ich versuche, irgendwie noch mitaufzuspringen. *g*

Ansonsten habe ich mittlerweile mein Midikeyboard bekommen und kann endlich wieder ein wenig Musik machen - wer ein kleines Hörbeispiel haben will: hier!

Tja, dieser Eintrag ist wohl mehr zu einem Reisetagebuch als zu einem wirklichen "Blog" geworden - und es gäbe noch sooo viel zu erzählen, was ich alles erlebt habe, was für Leute getroffen, was getrieben... aber das würde einfach den Rahmen noch mehr sprengen, als es eh schon tut. Deswegen höre ich hier mal auf, wünsche euch allen ein paar wunderschöne, sonnige Tage - und wir lesen uns bald wieder.

Que os vaya bien!


Thorsten

3 Kommentare 14.4.08 17:18, kommentieren